OnkoNetz Oberfranken
Aufbau eines Netzwerkes zur Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung von Krebspatienten in Oberfranken
Projektlaufzeit | 01.12.2025 bis 30.11.2030 |
Förderung durch | Deutsche Krebshilfe - Förderschwerpunktprogramm: Modelle für eine optimierte, dezentrale onkologische Versorgung |
Fördervolumen | ca. 2,4 Mio € |
Projektleitung /Antragssteller |
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Hintergrund:
Die Region Oberfranken ist vergleichsweise dünn besiedelt (ca. 1 Mio. Einwohner auf 7.230km2), und weist zugleich eine erhöhte Inzidenz und Mortalität von onkologischer Erkrankungen auf. Das ländliche Umfeld und das Fehlen großer Ballungszentren stellt die onkologische Versorgung vor besondere Herausforderungen, da Betroffene oftmals große Entfernungen zu spezialisierten Zentren zurücklegen müssen.
In Oberfranken bestehen derzeit sechs zertifizierte Onkologische Zentren, die eng mit den Comprehensive Cancer Centers (CCC) in Erlangen und Würzburg kooperieren. Eine zentrale Herausforderung liegt darüber hinaus in der bislang unzureichenden IT-Vernetzung der an der Versorgung beteiligten Akteure. Dies erschwert die intersektorale Kommunikation und kann zu Verzögerungen in der Koordination diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen führen.
Ergänzend bestehen Informationsdefizite sowohl auf Seiten der Patienten als auch bei den Hausärzten, insbesondere in zentrumsfernen Regionen. Daten des Bayerischen Krebsregisters (Regionalzentrum Bayreuth) zeigen, dass im Jahr 2021 lediglich 62,7% der oberfränkischen Patienten mit kolorektales Karzinom in zertifizierten Zentren behandelt wurden. Eine Behandlung außerhalb zertifizierter Einrichtungen betraf überdurchschnittlich ältere Darmkrebspatienten sowie solche mit fortgeschrittenen Stadien
Zielsetzung und Vorgehen:
Die Zielsetzung des wissenschaftlichen Versorgungsprojekts OnkoNetz Oberfranken stützt sich auf drei Schwerpunkte:
- Verbesserung der sektorenübergreifenden, onkologischen Regelversorgung
- Sicherstellung des Zugangs zu innovativen Diagnostik- und Therapieoptionen
- Stärkung der Patientenautonomie
Jeder Mensch mit einer Krebserkrankung soll eine Tumorkonferenzempfehlung eines zertifizierten Onkologischen Zentrums oder Organkrebszentrums erhalten. Die Behandlung sollte leitliniengerecht und unter Einbeziehung aller relevanten Behandlungspartner erfolgen.
Für die Umsetzung sind u.a. folgende Strategien vorgesehen:
- Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle (personelle Besetzung, Sitz am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) – Regionalzentrum Bayreuth des Bayerischen Krebsregisters)
- Auf- und Ausbau eines regionalen, multidisziplinären Tumornetzwerkes mit allen an der onkologischen Versorgung beteiligten Akteure (darunter u.a. die kooperierenden CCC´s, Onkologischen Zentren, Organkrebszentren, Krankhäuser, Haus- und Fachärzte, Supportivbereiche (wie z.B. Physiotherapeuten, Psychoonkologische Beratung, Pflegedienste) und Patientenvertreter)
- Aufbau eines Studiennetzwerkes Oberfranken
- Etablierung einer digitalen Infrastruktur
- Implementierung eines Patientenbeirats im Tumorzentrum Oberfranken eV.
- Wissenschaftliche Begleitforschung durch die Universität Bayreuth in Kooperation mit Klinikum Bayreuth GmbH
Vision:
OnkoNetz Oberfranken leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der onkologischen Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung in Oberfranken. Das Projekt erhöht den Anteil an Patientinnen und Patienten mit einer Tumorkonferenzempfehlung, verbessert den Zugang zu klinischen Studien und fördert die Studienteilnahme. Gleichzeitig baut es Informationsdefizite ab, stärkt die Patientenautonomie, reduziert Behandlungsverzögerungen und verbessert die Vernetzung der versorgungsrelevanten Akteure.
| Weitere Informationen zum Projekt: |
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| Tumorzentrum Oberfranken eV. |
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